Beim diesjährigen Henkel-Preis wurde der Wissenschaftler Jürgen Osterhammel nicht nur für sein monumentales Werk ausgezeichnet, sondern auch dafür, dass er es verständlich vermittelt. Denn für die Jury war es ein wichtiger Aspekt, auch die Verbreitung von universitärem Wissen in die Öffentlichkeit zu honorieren. Ein Schlüssel für diesen Transfer ist Verständlichkeit.

Wissenschaftssprache ist komplex und unverständlich. Das liegt daran, dass Wissenschaftler oft unter sich kommunizieren. Nur wenige Wissenschaftler sehen die Öffentlichkeit als Ziel für ihre Kommunikation an. Dementsprechend ist auch die Sprache. Hochkomplex, fachlich und alles andere als verständlich. Für die Jury des Henkel-Preises ist Jürgen Osterhammel da eine löbliche Ausnahme. Nach Ansicht der Jury schafft es der Historiker, Wissen so interessant und verständlich zu verpacken, dass der Wissentransfer auch in eine breite Öffentlichkeit gelingt.

Unter diesem Aspekt ist die Verleihung des Preises an Ostermann auch ein Zeichen für mehr Verständlichkeit in der Wissenschaft. Nicht nur das Preisgeld in Höhe von 100 000 Euro sollte für andere Wissenschaftler Ansporn sein, die eigenen Egrebnisse ebenfalls verständlich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Vielleicht spielt ja die Verständlichkeit der eigenen Ergebnisse auch in Zukunft bei der Vergabe des Preises eine tragende Rolle. Wir finden, ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Autor:

Als Kommunikationswissenschaftler beschäftigt sich Dr. Anikar Haseloff tagtäglich mit Sprache. Er lehrt und forscht zum Thema Verständlichkeit an mehreren Universitäten in Deutschland.