Sie werden es vielleicht schon erahnen: Es geht erneut um das, nun bald seit zwei Jahren, alles dominierende Thema: Corona. Und wie der Virus unsere Sprache infiziert.

 

Von Neologismen bis zu viralen Hashtags

Seit Beginn der Pandemie ist auch die Corona-Kommunikation Gegenstand von wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussionen. So wurden beispielsweise seit Ausbruch der Pandemie etliche Neologismen, also neue Wortkreationen, geschaffen. Denken Sie nur an Lockdown Light, das Abstandsbier oder der Superspreader. Aber auch über die Sozialen Medien verbreiteten sich Hashtags wie #stayhome oder #AllesInDenArm – Wortspiele mit Bezug zur aktuellen gesellschaftlichen Realität

So wundert es nicht, dass auch die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) bei der Wahl zum Wort des Jahres um das Thema Corona nicht umhinkam.

 

Gekürt wurde zum Wort des Jahres 2021:

 

 

Das Wort „Wellenbrecher“, hat seinen Ursprung in einem völlig anderen Themengebiet, und zwar im Küstenschutz und Schiffbau. In diesem Sinn sind Wellenbrecher Böschungen oder Blocksteine, die Wellen am Ufer brechen oder zumindest abflachen.  . Auf die Pandemie übertragen bedeutet das: Alle Verordnungen und Maßnahmen, um die Infektionswelle abzuflachen und sie damit letztendlich zu „brechen“.

 

Schon längst vergessen? – „SolidAHRität“ und „Pflexit“

Ein weiteres Wort, das zur finalen Auswahl stand: „SolidAHRität“, ein Wortspiel, das speziell auf die Solidarität der Flut-Katastrophen Opfer im Ahrtal anspielt. Oder: „Pflexit“, eine Kombination aus den Worten „Pflege“ und „Exit“, die den steigenden Pflegenotstand in Deutschland auf den Punkt bringt.

 

GfdS mit wichtiger Botschaft

Die GfdS hat dieses Jahr bewusst Wörter gewählt, die uns Menschen ermutigen sollen, gut durch die Pandemie zu kommen. Gleichzeitig liest man aus der Erklärung der GfdS, einen Appell, als Gesellschaft präventiv und solidarisch  zu handeln. So blieben Wörter wie die „Impfflicht“ oder auch das „Boostern“ nur zweite Wahl. Na, wenn das mal nicht ein hoffnungsvoller Ausblick, in dieser turbulenten Lage ist.

 

Covid-19 – ein Wortproduzent am laufenden Band

Man kann davon ausgehen, solange die Pandemie noch anhält, werden weitere neue Wörter entstehen. Die britische Tageszeitung The Guardian hat uns Deutsche schon im Februar 2021, für unsere Kreativität gefeiert. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die Liste einen Wortschatz um die 1.200 Wörter, heute liegen wir bei 1.600.

 

 

Quellen:

Tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/wortdesjahres-wellenberecher-101.html
The Guardian: https://www.theguardian.com/world/2021/feb/23/from-coronaangst-to-hamsteritis-the-new-german-words-inspired-by-covid

 

 

 

 

Autor:

Grigorios Konstantinidis