Wissenschaft gilt als hochkomplex und unverständlich. Dies soll sich langsam aber sicher ändern. Denn eine verständliche Wissenschaft ist laut Klaus Tschira unumgänglich. Denn viele Wissenschaftler kommunizieren mit der Öffentlichkeit, veröffentlichen Ihre Ergebnisse oder forschen über Themen, für die ein breites Interesse in der Öffentlichkeit gegeben wäre. Doch oft scheitert der Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit an der unverständlichen Sprache, in der Wissenschaftler Ihre Ergebnisse veröffentlichen.

Dies ist natürlich kein Zufall. Gerade in der Deutschen Tradition ist eine komplexe Sprache gerade in der Wissenschaft der Standard. Wissenschaftliche Sprachräume haben sich in den letzten Jahren so sehr spezialisiert, dass die Sprache der Fachbereiche hochkomplex geworden ist. Interessanterweise ist dies im Englischen Sprachraum anders gehandhabt. Dort sind auch wissenschaftliche Pubklikationen oft auch ohne Fachstudium verständlich. Die Deutsche Wissenschaftskommunikation zeichnet sich jedoch durch eine außergewöhnliche Komplexität aus.

Um dies zu ändern, vergibt die Klaus Tschirra Stiftung schon seit 1997 den Wissenschaftspreis für verständliche Forschung. Mit diesem Preis werden Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet, die Ihre Ergebnisse besonders verständlich darstellen. (Mehr Informationen zum Klaus Tschirra Preis: http://www.klaus-tschira-preis.info/).

Neben diesem Preis soll die Verständlichkeit nun auch Teil der wissenschaftlichen Ausbildung werden. Ein Schritt, den wir nur begrüßen können. So schreibt das Institut über die Aufgabenstellung:

„Das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation soll Wissenschaftler und Studierende in zielgruppenorientierter Wissenschaftskommunikation aus- und weiterbilden. Dabei konzentriert sich das NaWik zunächst auf die Gruppe der Doktoranden und Master-Studierenden. Das Institut wird entsprechende Module entwickeln, erproben und in den Lehrbetrieb ausgewählter Studiengänge integrieren. Diese Angebote sollen für alle deutschen Universitäten und außeruniversitären Forschungsinstitute einsetzbar sein und bundesweit angeboten werden.“

Quelle: Karlsruher Institut für Technologie

Wir halten diesen Schritt für einen sehr sinnvollen Schritt. Von dieser neuen Ausbildung profitieren nicht nur Wissenschaftler, die den Leserkreis Ihrer Arbeiten deutlich erhöhen können, sondern vor allem auch die Öffentlichkeit, die dann besser erfährt woran Wissenschaftler arbeiten, wofür Gelder der öffentlichen Hand verwendet werden, welche Chancen und Risiken in den Forschungen stecken und welchen Nutzen die Gesellschaft daraus zieht.

Autor:

Als Kommunikationswissenschaftler beschäftigt sich Dr. Anikar Haseloff tagtäglich mit Sprache. Er lehrt und forscht zum Thema Verständlichkeit an mehreren Universitäten in Deutschland.