Bewohner von Pflegeheimen können sich von der GEZ-Gebühr befreien. Mit der Änderung der GEZ-Gebühren müssen sich nun die Bewohner von Pflegeheimen erneut befreien lassen – auch wenn Sie schon befreit sind. Dieser an sich schon unverständliche Vorgang wird aber noch dadurch auf die Spitze getrieben, dass die Formulare sehr unverständlich sind.

So kritisiert Prof. Brettschneider in der Bild-Zeitung, dass man schon Experte für Sozial-Gesetzgebung sein müsse um die Formulare zu verstehen. Unhöflich, voller Beamtendeutsch und sperrig sind die Formulare – gerade für Bewohner von Pflegeheimen damit eigentlich unmöglich auszufüllen.Die FRage, die in diesem Kontext aufgeworfen wurde, ist ob dies möglicherweise Strategie ist.

Der Sozialverband Deutschland befürchtet dabei eine versteckte Abzocke. Präsident Adolf Bauer sagt in der Bild-Zeitung: „Es sollte sich von selbst verstehen, jetzt keine bürokratischen Hürden zu errichten. Es wäre ein Skandal, Betroffene durch die Hintertür abzukassieren. Formulare müssen verständlich sein. Dies gilt in einem besonderen Maße für pflegebedürftige Menschen. Hier muss sehr rasch nachgebessert werden“.

Dabei ist das Dokument nicht nur unverständlich, sondern auch unhöflich geschrieben. Hier stellt sich dem Verbraucher wieder einmal die Frage, wie die GEZ ihre Beitragszahler sieht. Nach dere Tonalität der Briefe zu urteilen werden die Beitragszahler weder wertgeschätzt, noch ernst genommen. Für die Frage, wie ein Unternehmen seine Kunden sieht und behandeln möchte sind die Briefe immer ein sehr guter Indikator. Den Eindruck, den das Schreiben bei uns hinterlassen hat ist sehr negativ.

Dabei können Briefe und Formulare mit einfachen Mitteln verständlich und höflich gestaltet werden. Warum die GEZ dies nicht tut, müssen wir an dieser Stelle offen lassen. Dies muss keine Absicht sein, wie teilweise unterstellt wird – es kann auch einfach das Wissen um moderne, höfliche und verständliche Briefe fehlen.

Autor:

Als Kommunikationswissenschaftler beschäftigt sich Dr. Anikar Haseloff tagtäglich mit Sprache. Er lehrt und forscht zum Thema Verständlichkeit an mehreren Universitäten in Deutschland.