Seit Jahren prüfe ich beinahe täglich Kommunikation auf Verständlichkeit. Lange Sätze begegnen mir in meiner täglichen Arbeit und in meinen Studien. Länge Sätze kommen oft vor. 30 Wörter. 50 Wörter, ja sogar 70 und 80 Wörter-Satz-Monster haben wir schon gefunden. Aber jetzt ist mir doch ein Satz untergegekommen, der etwas besonderes schafft: Er bringt es auf stolze 116 Wörter. Das ist Rekord!

Für alle, die mir das nicht glauben, hier der Satz:

Dies ist nach dem Bundesdatenschutzgesetz (§ 28a Absatz 1 Satz 1) zulässig, wenn ich die geschuldete Leistung trotz Fälligkeit nicht erbracht habe, die Übermittlung zur Wahrung berechtigter Interessen des Kreditinstituts oder Dritter erforderlich ist und die Forderung vollstreckbar ist oder ich die Forderung ausdrücklich anerkannt habe oder ich nach Eintritt der Fälligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden bin, das Kreditinstitut mich rechtzeitig, jedoch frühestens bei der ersten Mahnung, über die bevorstehende Übermittlung nach mindestens vier Wochen unterrichtet hat und ich die Forderung nicht bestritten habe oder das der Forderung zugrunde liegende Vertragsverhältnis aufgrund von Zahlungsrückständen vom Kreditinstitut fristlos gekündigt werden kann und das Kreditinstitut mich über die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat.


Autor:

Als Kommunikationswissenschaftler beschäftigt sich Dr. Anikar Haseloff tagtäglich mit Sprache. Er lehrt und forscht zum Thema Verständlichkeit an mehreren Universitäten in Deutschland.