Als Schüler haben wir es damals schon vermutet, jetzt kommt die Bestätigung von der Wissenschaft: Schulbücher passen von der Schwierigkeit der Texte oft nicht zum Bildungsstand der Schüler. Untersucht hat das eine Gruppe Wissenschaftler von der Universität Tübingen. Als Untersuchungsmaterial haben sie 3.000 Texte aus 35 Erdkundebüchern herangezogen.

Untersucht wurde unter anderem, ob die Texte zum aktuellen Wissenstand der Schüler passen und ob die Schwierigkeit altersgerecht zunimmt. Beides wurde von vielen Texten nicht erfüllt.

Was bedeutet das für die Schüler? Ist das endlich eine wissenschaftlich begründete Ausrede, warum man den Text nicht versteht? Das nun auch wieder nicht. Allerdings zeigt diese Studie eine Chance auf, wie Schüler beim Lernen unterstützt werden können. Denn laut der Tübinger Wissenschaftler, tritt der optimale Lerneffekt ein, wenn die Text-Schwierigkeit leicht über dem momentanen Niveau der Schüler liegt.

Momentan gibt es noch kein offizielles Regelwerk dazu, wie komplex die Sprache in den einzelnen Schulformen oder -stufen sein soll. Die Autoren verstehen die Studie daher als Weckruf, sich auf solche Richtlinien zu einigen. Damit die Sprache der Bücher künftig besser zu den Schülern passt. Hört sich nach einer guten Idee an, oder?

Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Educational Psychology veröffentlicht (doi:10.1037/edu0000225).

Ein interessanter Fakt am Rande: Der Ursprung von Lesbarkeitsformeln, wie sie auch in der Studie angewandt wurden, liegt in den 1920er Jahren. Damals wurden die Formeln entwickelt, um erstmals die Verständlichkeit von Schulbüchern objektiv zu messen.

Natalie Hoffmann

Autor: Natalie Hoffmann

Natalie Hoffmann betreut unsere TextLab-Kunden und ist für Fragen zu unserer Sprach-Software die richtige Ansprechpartnerin. Sie führt Sprach-Messungen durch und unterstützt uns bei der Realisierung unserer Branchen-Studien.