Webseiten der Parteien
21.09.2009
Studie belegt: Internetseiten der Parteien kommunizieren an vielen Wählern vorbei.
Wenig anwenderfreundlicher Aufbau, viele Barrieren und schwer zugängliche Informationen: Die Internetseiten der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien gehen an vielen Wählerinnen und Wählern vorbei. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt jetzt eine Studie Communication Lab Ulm in Kooperation mit der Universität Hohenheim.
Bewertet wurden die Internetseiten mit einem Punktesystem. Am besten schnitt demnach die Webseite der Linken ab. Doch auch diese Seite erreichte nur 64,2 Prozent der maximal erreichbaren Punktzahl. Am schlechtesten schnitt hingegen die Seite der Grünen ab: Mit nur 48,6 Prozent erreichte sie nicht einmal die Hälfte der maximalen Punktzahl.
Unübersichtlicher Aufbau, schwer verständliche Inhalte
Die Schwierigkeiten lagen dabei in mehreren Bereichen: Oft waren die Internetseiten viel zu unübersichtlich und schlecht navigierbar. Die Inhalte sind zudem größtenteils schwer verständlich. Viele der Nutzer hatten Probleme, sich bis zu den tatsächlichen Inhalten vorzuarbeiten. Auch die Suchfunktion der Webseiten, heute ein zentrales Bedienelement für Internetnutzer, schnitt schlecht ab.
Parteiauftritte sind für Blinde kaum nutzbar
Besonders alarmierend waren die Ergebnisse in Bezug auf die Barrierefreiheit der Internetauftritte. In den Tests mit blinden Benutzern konnte sich keine der Testpersonen – trotz Hilfsinstrumenten – auf den Webseiten der Parteien erfolgreich orientieren. Schwer verständliche Verlinkungen, viel zu umfangreiche Navigationsstrukturen und Fehler bei der Benutzung mit Blinden-Software bildeten teilweise unüberwindbare Hürden für die blinden Testpersonen.
Die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien haben also viel Spielraum, ihren Internetauftritt zu verbessern. Insbesondere besteht für die Parteien Bedarf, die Nutzerfreundlichkeit auch für Menschen mit Behinderungen zu optimieren, sollen diese nicht zukünftig aus der politischen Online-Kommunikation ausgeschlossen werden.